Die Ausstellung „World Press Photo“ zieht Jahr für Jahr Millionen Besucher in ihren Bann. Hier geben wir Antworten auf die zehn wichtigsten Fragen dazu.

Der dänische Fotograf Mogens von Haven gewann 1955 die Premiere des Wettbewerbs um das Pressefoto des Jahres.

Woher stammt die Idee?
Aus den Niederlanden. 1954 entschlossen sich niederländische Pressefotografen einen internationalen Wettbewerb ins Leben zu rufen, um ihre Arbeit mit der von Kollegen vergleichen zu können. 42 Fotografen aus 11 Ländern nahmen daran mit 310 Bildern teil. Als Sieger wurde der dänische Fotograf Mogens von Haven ausgerufen. Seitdem wird der Wettbewerb jährlich ausgetragen. Veranstalter ist die gemeinnützige World Press Photo Foundation mit Sitz in Amsterdam

Wer darf an dem Wettbewerb teilnehmen?
Ausschließlich professionell tätige Pressefotografen. Sie können ihre Bilder selbst zur Teilnahme einreichen. Das können aber auch Agenturen, Auftraggeber, Freunde oder Verwandte übernehmen.

Was gibt es zu gewinnen?
Hauptpreis ist der mit 10.000 Euro dotierte Titel „Pressefoto des Jahres“. Er geht an eine Aufnahme, die „nicht nur die fotojournalistische Verkörperung des Jahres darstellt, sondern auch ein Thema, eine Situation oder ein Ereignis von hoher journalistischer Bedeutung zeigt und dies in einer Weise, die ein außergewöhnliches Maß an visuellem Wahrnehmungsvermögen und Kreativität beweist“. Daneben werden Preise in insgesamt zehn Kategorien vergeben.

Warum ist der Wettbewerb wichtig?
Der Wettbewerb ist der einzige dieser Art, an dem Fotografen aus der ganzen Welt teilnehmen. Die Einsendungen umfassen alle wichtigen nachrichtenbezogenen Ereignisse des Vorjahres. Die Wahl zum „Pressefoto des Jahres“ gilt als weltweit höchste Auszeichnung unter Fotografen.

Im Jahr 2011 entschied sich die Jury für eine Aufnahme des spanischen Fotografen Samuel Aranda. (Foto: Michael Kooren)

Werden die Fotos in irgendeiner Weise überprüft?
Zugelassen sind nur Bilder, die nicht digital manipuliert wurden. Nachdem 2015 rund 20 Prozent der eingereichten Aufnahmen disqualifiziert werden mussten, werden alle Siegerbilder vor der Bekanntgabe fotoforensisch untersucht.

Wer bestimmt über die Sieger?
Die World Press Photo Foundation stellt in jedem Jahr eine Jury aus international anerkannten Fachleuten zusammen, die alle Bilder sichten und dann die Gewinner festlegen. Die Prozedur sieht sich über mehrere Wochen hin.

Was macht die World Press Photo Foundation sonst noch?
Die Foundation sieht ihre Hauptaufgabe darin, die Arbeit professioneller Pressefotografen zu unterstützen. Zusätzlich zum Wettbewerb befasst sie sich mit aktuellen Entwicklungen im Fotojournalismus. Dazu zählen auch Förderprojekte. So werden unter anderem mehrmals im Jahr in Entwicklungsländern Seminare für Fotografen, Fotoagenturen und Bildredakteure veranstaltet. Großer Beliebtheit erfreuen sich etwa die 6×6-Global-Talent-Programme.

Was verbirgt sich hinter „Digital Storytelling“?
Digitale Technologien haben die Art und Weise verändert, wie Geschichten produziert und konsumiert werden. Der World Press Photo Digital Storytelling Contest zeichnet diejenigen aus, die die besten Formen des visuellen Journalismus schaffen, die durch diese Veränderungen ermöglicht werden. Seit 2011 gibt es einen eigenen Wettbewerb dafür, damals noch unter dem Namen „Multimedia Contest“.

Der venezolanische Fotograf Oscar B. Castillo nahm mit diesem Foto am 6×6-Global-Talent-Programm teil.

Wo ist die Ausstellung der Bilder zu sehen?
Seit Anfang der 1960er Jahre werden die Siegerfotos aus allen Kategorien in einer Wanderausstellung gezeigt, inzwischen in rund 100 Städten in fast 50 Ländern. Darunter sind Metropolen wie Toronto, Paris und Singapur sowie etliche kleinere Städte, auch in Entwicklungsländern.

Seit wann wird die Ausstellung in Oldenburg gezeigt?
Seit 2016. Zuvor war sie im Nordwesten Deutschlands nicht zu sehen gewesen. Der Oldenburger Medienmanager Claus Spitzer-Ewersmann hatte sie erstmals in seine Heimatstadt geholt und ist mit seiner Agentur Mediavanti auch weiterhin Veranstalter der Ausstellung.

 

Recherche: Hannes Feeken
Foto: Frank van Beek / Hollandse Hoogte