Digital Storytelling – Bilder, die (sich) bewegen

Berührend und beeindruckend zugleich: Sonderausstellung im Rahmen der World Press Photo Exhibition

Foto: Andreas Burmann

„Journalism at it’s best“

“This is heartbreaking, painful and also, very necessary journalism. […]”

So begeistert äußern sich die Leserinnen und Leser der New York Times über deren Digital-Storytelling-Projekte. Diese neue Form des (Bild-) Journalismus scheint gut anzukommen und das ist auch kein Wunder. Statt Informationen nur als reinen Text zu vermitteln, vereinen die digital erzählten Geschichten Text, Bild, Animation und Film zu umfassenden Beiträgen. Und wir alle wissen: Bilder und Videos bewegen und berühren uns in der Regel mehr als Geschichten in Textform.

Das weiß auch das Team der World Press Photo Foundation entsprechend zu würdigen. Seit mittlerweile acht Jahren werden nicht nur die besten Pressefotos prämiert, sondern eben auch herausragende „Digital Storytelling“- Projekte. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 308 solcher Werke eingereicht, aus denen die Jury zwölf Sieger ermittelte. Und diese sind auch in Oldenburg im Rahmen der World Press Photo Exhibition als Sonderausstellung zu sehen.

Das Besondere: Die Produktionen sind oft interaktiv. Interessierte Besucherinnen und Besucher sollen und dürfen sich an einem bereitgestellten Touch-Bildschirm ausprobieren und sich dabei selbst durch die Erzählungen navigieren. Für einige Werke ist die aktive Bedienung durch den Nutzenden erforderlich; andere laufen nach einem Klick wie ein Film von ganz allein. Die Geschichten, die den Besucherinnen und Besuchern dort vermittelt werden, sind genauso vielfältig wie bewegend: Flüchtlingskrise, Holocaust und unberührte Natur sind nur einige Beispiele. Alle zwölf Beiträge sind in einzigartiger Art und Weise erzählt; bewegend bis beklemmend; erschreckend bis erfreulich; traurig bis froh. Manche öffnen uns die Augen und ermöglichen uns eine andere Sicht auf die Dinge, andere machen nachdenklich, einige berühren uns. Was sie alle gemeinsam haben? Man sollte sie sich auf keinen Fall entgehen lassen. Daher unsere Empfehlung: bei einem Besuch der Ausstellung unbedingt Zeit für die “Digital-Storytelling”-Projekte einplanen!

Es lohnt sich.

So beeindruckend und bewegend die Projekte in jedem Fall sind, sie sind auch ein Zeugnis. Ein Zeugnis des freien Journalismus und der Pressefreiheit:

„Well done New York Times, especially the photographers and journalists who were brave enough to go and see this horror firsthand. […]”, schreibt eine Leserin der New York Times.

Recht hat sie. Gut, dass es Journalisten gibt, die uns – unter teils (lebens-) gefährlichen Bedingungen – auf die gesellschaftlichen Probleme dieser Welt aufmerksam machen. Denn diese würden sonst für die breite Öffentlichkeit im Verborgenen bleiben. Und vielleicht wären sie als reiner Text weniger verständlich und einprägsam als die digital erzählten Geschichten, die mutige und kreative Journalisten mit neuen Technologien für uns ausarbeiten.

Autorin: Sabrina Bindernagel

Share on facebook
Share on twitter

Gastautor

Wir lassen in unserem Magazin nicht nur unsere festen Teammitglieder, sondern auch Praktikanten und Hospitanten zu Wort kommen. Ihre Beiträge werden dann am Ende des Textes namentlich gekennzeichnet.

Weitere Beiträge aus unserem Magazin

World Press Photo Exhibition 2019: 15. Februar bis 8. März 2019

im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Oldenburg (Schloss)

Copyright 2019 by Mediavanti GmbH

Impressum | Datenschutz

Copyright 2019 by Mediavanti GmbH

Impressum | Datenschutz