Ein Ort für Austausch und Kommunikation

Statements zum Haus der Fotografie

Zu einer konstruktiven und inspirierenden Talkrunde über die Frage, ob bzw. warum Oldenburg ein Haus der Fotografie braucht, kam es im Rahmenprogramm der World-Press-Photo-Ausstellung. Die wichtigsten Statements der Podiumsteilnehmer.

Ingo Taubhorn, Kurator beim Haus der Fotografie in den Hamburger Deichtorhallen
Ob eine Stadt ein Haus der Fotografie tragen kann, hängt nicht von ihrer Größe ab. Das kann in einer Metropole ebenso funktionieren wie in einer kleineren Stadt. Es hat immer damit zu tun, ob und wie sich Menschen dafür engagieren. Deshalb mein Rat: loslegen und machen!

Bonnie Bartusch, freie Fotografin und Dozentin an der Universität Oldenburg
Als Fotografin weiß ich, wie wichtig es ist, über Bilder zu sprechen. Wir brauchen einen geschützten Raum, in dem das möglich ist – erst recht, wenn wir auch die jüngere Generation über den Smartphone-Gebrauch hinaus ansprechen wollen. Wir tragen hier eine große Verantwortung im Umgang mit dem Medium Foto. Und: Man sieht ein Bild nicht nur, man erlebt es.

Thomas Kossendey, Präsident Oldenburgische Landschaft
Es muss ein Konzept geben, aus dem hervorgeht, ob man tatsächlich sofort ein Haus braucht oder eher einen festen Ort der Fotografie. Damit kann man sich möglicherweise auch anderen Orten wie den Deichtorhallen anschließen und sehen, wie es läuft und angenommen wird.

Claus Spitzer-Ewersmann, Initiator der World-Press-Photo-Ausstellung Oldenburg
Man muss wissen, dass es hier nicht um ein weiteres Museum geht. Davon haben wir genug. Die Überlegungen gehen in Richtung eines Hauses des Austausches und der Kommunikation über Fotografie und ebenso in Richtung (Weiter)Bildung. Groningen liefert dafür mit „Noorderlicht“ ein gutes Beispiel.

Ingo Taubhorn
Das Internet kann für die Darstellung von Fotografie keine Alternative, sondern nur eine Ergänzung sein. Deshalb braucht es einen physischen Raum, um Bilder zu zeigen. Es kommt ja auch niemand ernsthaft auf die Idee, den Louvre digital ins Internet zu übertragen.

Thomas Kossendey
Mir ist die gesellschaftspolitische Bedeutung des Umgangs mit der Fotografie wichtig. Und wir müssen Begeisterung und Bewusstsein dafür wecken, dass die Auseinandersetzung mit Fotografie gesellschaftlich zwingend notwendig ist.

Bonnie Bartusch
Diese Notwendigkeit sehe ich jetzt und sofort. Deshalb ist es mir zu langsam, Schritt für Schritt vorzugehen. Ich habe hier heute Feuer gefangen und werde versuchen, Interessierte zu aktivieren.

Claus Spitzer-Ewersmann
Wenn man etwas erreichen will, muss man mutig sein. Das sollten wir uns immer vor Augen halten. Durch Nichtstun bewegt man nichts. Wenn wir mutig sind, können wir viel erreichen, denn das fotografische Potenzial in Oldenburg ist absolut vorhanden. Daran habe ich keinen Zweifel.

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Claus Spitzer-Ewersmann

Den Gesamtüberblick behalten! Das sagt sich so leicht – vor allem bei einem Projekt mit so vielen Facetten wie der World-Press-Photo-Ausstellung. Claus Spitzer-Ewersmann gelingt es dennoch. Vor allem, weil es sich hier um ein Projekt handelt, an dem ihm besonders viel liegt. Er selbst hat 2015 den Anstoß gegeben, die Bilderschau in seine Heimatstadt zu holen und freut sich noch heute, dass die Idee auf fruchtbaren Boden fiel.

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World Press Photo Exhibition 2019: 15. Februar bis 8. März 2019

im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Oldenburg (Schloss)

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