„Fotos allein zeigen nicht alles, was ich zeigen will.“

Kathrin Ahäuser erklärt, was Multimedia-Produktionen können

Foto: Kathrin Ahäuser

Es gibt Menschen, bei denen könnte man meinen, sie würden ihren Computer mehr lieben als ihren Partner. Es gibt aber auch Menschen, die ihren Computer lieben wie einen Partner. Für ihr Multimedia-Projekt „Du liebes Ding!“ hat Foto- und Videografin Kathrin Ahäuser Frauen porträtiert, die Gegenstände lieben.

Eine dieser Frauen ist Valentina, die eine Beziehung mit ihrem Computer „Valentino“ führt. Film-Szenen, in denen Valentina von ihrer Liebe erzählt, wechseln sich mit Sprach-, Ton- und Fotografie-Elementen ab. Das Ergebnis von „Du liebes Ding!“: Vier Multimedia-Produktionen von weniger als drei Minuten, die von den Mensch-Objekt-Romanzen erzählen. Am 28. Februar ist Kathrin Ahäuser im cine k zu Gast, um von ihrer Arbeit zu berichten. Ebenfalls mit im Gepäck: Ausschnitte aus ihrem aktuellen Projekt „Pille Palle“, in dem sie sich mit den Nebenwirkungen der Antibabypille beschäftigt. Wir haben Kathrin Ahäuser vorab zum Medium Digital Storytelling befragt.

Kathrin Ahäuser
Kathrin Ahäuser

Was kann Multimedia, was Fotografie nicht kann?

Fotos alleine können nicht zeigen, was ich zeigen will. Am Beispiel von „Du liebes Ding!“, kann man das ganz gut festmachen. Wenn ich zum Beispiel ein Bild sehe, auf dem eine Frau ein Objekt umarmt, dann könnte man auch denken, dass es um eine Sammel-Leidenschaft geht. Dass mehr dahintersteckt, wird erst deutlich, wenn andere Medien dazukommen. Film und Sprache sind in dem Zusammenhang unglaublich wichtig, weil sie eine Geschichte glaubwürdig machen. Dadurch, dass die Leute selbst zu Wort kommen, gewinnt die Geschichte enorm an Authentizität. Außerdem spricht Multimedia im Gegensatz zur Fotografie verschiedene Reize an.

Foto: Kathrin Ahäuser

Klingt gut. Warum ist Multimedia-Storytelling dann so ein Nischen-Produkt?

Das ist es gar nicht. Multimedia-Storytelling hat sich rasant weiterentwickelt. Mittlerweile hat eigentlich jedes größere Magazin eine eigene Abteilung dafür. Allerdings glaube ich, dass man als klassischer Zeitungsleser darauf gestoßen werden muss – von alleine findet man die Projekte nicht unbedingt im Internet. Viele haben, glaube ich, außerdem Berührungsangst und denken: „Jetzt muss ich hier klicken und da klicken, ich blättere lieber meine Zeitung durch.“

Apropos. Was ist besser: Zeitung oder Multimedia-Storytelling?

Das muss sich nicht unbedingt ausschließen. Obwohl ich multimedial produziere, liebe ich es, Zeitung zu lesen. Im Zug erschlage ich regelmäßig meine Sitznachbarn mit überdimensionierten Zeitungsformaten.

Es spricht alle Reize an, ist authentisch und erzählt Geschichten: Das Multimedia-Storytelling ist auf dem Vormarsch. Also: Am 28. Februar ins cine k kommen und selbst davon überzeugen!

Autorin: Clara Tischer

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