Foto: Lena Wöhler

Müllparadies Thilafushi

Sonntagsmatinee mit Lena Wöhler über die Schattenseite der Malediven

Über eine Million Touristen besucht jährlich die Malediven. Jeder Reisende produziert am Tag etwa 3,5 kg Müll. Hinzu kommen die Abfälle der 400.000 Inselbewohner. Das meiste davon landet im Meer. Für die Hauptinsel Male und nahe gelegene Resorts hat die Regierung die Thilafushi-Lagune zur Müllinsel umfunktioniert. Die Anlieferung erfolgt mit Schiffen, Lkw laden den Müll ab, anschließend wird er verbrannt und mit Korallensand planiert. Täglich kommen 400 Tonnen hinzu. So wächst Thilafushi um einen Quadratmeter pro Tag. „Landgewinnung für Industrie“ nennt es die Regierung – „eine der größten Umweltkatastrophen unserer Zeit“, sagen Umweltschützer. Die Schadstoffe gelangen ungefiltert in die Atmosphäre und ins Meer. Und da die Insel nur einen Meter über dem Meeresspiegel liegt, könnte dessen Anstieg dafür sorgen, dass der gigantische Müllberg in den Ozean geschwemmt wird.

Die Malediven sind für viele Menschen das Symbol von traumhaften Stränden, türkisem Wasser, ein Schnorchelparadies und Urlaub im Luxus. Unwissenheit auf der Seite der Touristen und Profitgier auf der Seite der Regierung machen aus dem Paradies eine Müllhölle. Mit ihrer engagierten Reportage möchte die Fotojournalistin Lena Wöhler auf diese Umweltkatastrophe aufmerksam machen. Wöhler schloss ihr Studium der Fotografie an der Deutschen Pop Akademie mit Auszeichnung ab. Seit Oktober 2019 studiert sie Fotojournalismus und Dokumentarfotografie an der Hochschule Hannover.

Eintritt: 3 Euro. Dafür gibt’s einen Kaffee und ein Croissant.

01.03.2020 11:00 Uhr

Buchhandlung Isensee, Haarenstraße 20

Foto: Lena Wöhler

World Press Photo Exhibition 2020

20. Februar bis 21. März 2021

Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Oldenburg (Schloss)

Foto: Mediavanti

Digital Storytelling.

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