No Woman’s Land

SA
21.02. 11:00 Uhr
© Kiana Hayeri, Fondation Carmignac

Fotografinnengespräch mit Kiana Hayeri

Die mehrfach preisgekrönte iranisch-kanadische Fotojournalistin Kiana Hayeri wurde 2025 mit dem World Press Photo Award in der Region Asien für ihre Reportage „No Woman’s Land“ ausgezeichnet. Ihre Fotos zeigen das Leben afghanischer Frauen nach der Machtübernahme der Taliban. Kiana Hayeri wird als Ehrengast zur Eröffnung der Ausstellung nach Oldenburg kommen und der Moderatorin und Journalistin Josepha Zastrow Rede und Antwort stehen.

Die Taliban-Regierung verweigert Frauen den Zugang zu Bildung über die Grundschule hinaus, schließt sie von den meisten Arbeiten außerhalb des Hauses aus und verbietet ihnen in einigen Regionen, das Haus ohne männlichen Vormund oder mit unbedecktem Gesicht zu verlassen. Orte, an denen sich Frauen einst frei versammelten – Schulen, Parks, Fitnessstudios, Schönheitssalons und Büros – sind heute tabu. Zunehmend werden Frauen wegen Verstößen verhaftet und inhaftiert. Ein Gesetz vom August 2024 verbietet es ihnen, sich öffentlich zu äußern. Der Widerstand hält an, doch organisierte Straßenproteste sind mittlerweile selten.

Trotz dieser Einschränkungen finden Frauen in Afghanistan subtile Wege des Widerstands. Er entfaltet sich still hinter verschlossenen Türen: in Privathäusern, geheimen Klassenzimmern und bei privaten Feiern. Die Fotografin Kiana Hayeri reiste für ihre Reportage „No Woman’s Land“ durch sieben afghanische Provinzen und sprach mit über 100 Frauen und Mädchen aus allen Gesellschaftsschichten. Sie und die Frauenrechtsforscherin Melissa Cornet (beide haben zuvor in Afghanistan gelebt) nutzten ein Netzwerk vertrauensvoller Beziehungen, um die Porträts in Zusammenarbeit mit den Protagonistinnen zu erstellen und so deren Sicherheit und Handlungsfähigkeit zu gewährleisten.

Über Kiana Hayeri

Kiana Hayeri (geboren 1988) wuchs in Teheran, Iran, auf und zog als Teenager nach Toronto, Kanada. Sie begann zu fotografieren, um kulturelle und sprachliche Barrieren zu überbrücken. Ihre Arbeiten thematisieren häufig Migration, Adoleszenz, Identität und Sexualität in kriegsgebeutelten Ländern. Derzeit lebt sie in Sarajevo und berichtet aus Afghanistan (wo sie fast zehn Jahre lang wohnte), dem Balkan und darüber hinaus. Hayeri wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Tim Hetherington Visionary Award (2020), der James Foley Award für Konfliktberichterstattung (2020), die Robert Capa Goldmedaille (2021) und der Leica Oskar Barnack Award (2022).

Website: www.kianahayeri.com
Facebook: https://www.facebook.com/kianahj
Instagram: @kianahayeri

© Aaron Vincent Elkaim

Hier geht es zum Interview mit Kiana Hayeri